Suchmaschinen – Gewinn kontra Umweltschutz

Wer kann schon genau sagen, wieviele Suchanfragen es täglich im Internet gibt? Es gibt Schätzungen, die inzwischen eine 10-stellige Zahl nennen. Ob man nun die aktuellen Informationen zum Weltgeschehen, die neuesten Fußballergebnisse oder Aktienkurse, ein spezielles Kochrezept oder auch etwas völlig anderes sucht: die wenigsten haben dabei die entsprechende Web-Adresse im Kopf. Alle anderen verwennden für die Suche der Informationsstecknadel im Internetheuhaufen eine Suchmaschine.

Fragt man nun, welche Suchmaschine einem als erstes einfällt, wird wohl in den meisten Fällen der Name „GOOGLE“ fallen. Das ist nicht wirklich überraschend, denn das Unternehmen „Google Inc.“ hat zur Zeit einen geschätzten weltweiten Marktanteil von 80 Prozent. Dafür bekommt man aber auch ein riesiges Paket an zusätzlichen Serviceleistungen rund um die reine Stichwortsuche.

Weitere viel genutzte Suchmaschinen sind „bing.com“, „Yahoo“ oder „T-Online“. Diese ganzen Suchmaschinen dienen vorrangig der Steigerung der Einnahmen. Diese werden überwiegend mit Internetwerbung erreicht, die ganz gezielt bei den Suchergebnissen platziert werden. Dadurch werden Milliardensummen in die Kassen gespült.


Ecosia: The green search from in60seconds on Vimeo.

Nun gibt es aber auch Suchmaschinen, die eigens dafür geschaffen wurden, die Einnahmen (abzüglich der anfallenden Betriebskosten) für einen guten Zweck zu verwenden. Als erstes fällt mir dazu die Suchmaschine „forestle“ ein.

Seit August 2008 warb diese Webseite damit, dass jede über „forestle“ laufende Suchanfrage ca. 0,1m² retten würde. Nach Angaben auf forestle.org wurden so inzwischen mehr als 10 Mio. m² Regenwald vor Abholzung gerettet.

Seit dem 01. Januar 2011 gibt es nun einen offiziellen Nachfolger: ecosia.org. Hier führt jede Suchanfrage zur Unterstützung des Tumucumaque-Schutzgebietes im Norden Brasiliens. Unterstützt wird diese Umweltschutz-Suchmaschine durch die großen Suchmaschinen bing.com und Yahoo.

Ich finde solche Projekte durchaus unterstützenswert, zumal der Internetnutzer hier den Umweltschutz unterstüzten kann, ohne dabei viel an seinen Suchgewohnheiten ändern zu müssen. Es muss lediglich eine andere Suchmaschine benutzt werden.

Natürlich darf man nicht vergessen, dass jede Suchanfrage, ganz gleich bei jedem Suchmaschinenanbieter gesucht wird, eine gewisse Menge Energie verbraucht, die wiederum den Ausstoß an Treibhausgasen erhöht – unabhängig davon, wohin die Werbeeinnahmen fließen.

Die Entscheidung liegt letztlich bei jedem einzelnen, wie und wo man seine Informationen sucht… viele Informationen findet man schließlich auch im guten alten Lexikon (aber das ist wieder aus Papier gemacht)

Kategorie(n): Internet Geschrieben von: Andreas Klein am 15. Juli 2011

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.